{"id":748,"date":"2019-05-28T16:11:57","date_gmt":"2019-05-28T14:11:57","guid":{"rendered":"https:\/\/gubitz.lorenzundfuchs.de\/publikation\/wirtschaftsstrafrecht-beweisverbote-im-insolvenzstrafrecht\/"},"modified":"2025-05-09T08:45:31","modified_gmt":"2025-05-09T06:45:31","slug":"wirtschaftsstrafrecht-beweisverbote-im-insolvenzstrafrecht","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/gubitz-partner.de\/en\/veroeffentlichung\/wirtschaftsstrafrecht-beweisverbote-im-insolvenzstrafrecht\/","title":{"rendered":"Wirtschaftsstrafrecht &#8211; Beweisverbote im Insolvenzstrafrecht"},"content":{"rendered":"<p>In einer Anmerkung im <a href=\"https:\/\/www.juris.de\/jportal\/allianz\/nav\/produktdetailsseiten\/insolvenzrecht?id=produktdetails_54214.jsp\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">JurisPraxisreport-Insolvenzrecht<\/a> 06\/2019 zu einem Beschluss des Amtsgerichts Frankfurt (Oder) vom 26.11.2018 (412 Ds 237 Js 13913\/17 [2\/18], 412 Ds 2\/18) setzt sich unser Mitarbeiter Dr. Buchholz kritisch mit der \u2013 \u00fcberaus praxisrelevanten \u2013 Reichweite des Beweisverwendungsverbots nach \u00a7 97 Abs. 1 S. 1 und 3 InsO auseinander.<\/p>\n<p>Gegenstand des Strafverfahrens war eine gemeinschaftliche Insolvenzverschleppung. Nach der Anklage soll der Er\u00f6ffnungsantrag nach Eintritt der Zahlungsunf\u00e4higkeit der GmbH nicht fristgerecht gestellt worden sein. Als Beweismittel stand bis auf die Strafanzeige eines Gl\u00e4ubigers, in der die Nichtzahlung auf eine Forderung behauptet wurde, einzig der gerichtlich bestellte Sachverst\u00e4ndige zur Verf\u00fcgung. Die Verwertung und Verwendung dessen Angaben standen vorliegend im Streit.<\/p>\n<p>Nach dem Nichter\u00f6ffnungsbeschluss des Amtsgerichts ist \u00a7 97 Abs. 1 S\u00e4tze 1 und 3 InsO \u2013 \u00fcber den Wortlaut der Vorschrift \u2013 auch dann einschl\u00e4gig, wenn der Schuldner (bzw. dessen organschaftlicher Vertreter) Ausk\u00fcnfte gegen\u00fcber einem gerichtlich im insolvenzrechtlichen Er\u00f6ffnungsverfahren bestellten Sachverst\u00e4ndigen macht, sofern das Insolvenzgericht den Schuldner explizit zur Auskunftserteilung verpflichtet. Die Angaben des Sachverst\u00e4ndigen sind in diesem Falle nicht verwertbar.<\/p>\n<p>Nach Herrn Dr. Buchholz konkretisiert das Amtsgericht mit dem vorliegenden Beschluss in begr\u00fc\u00dfenswerter Weise die Voraussetzungen und Grenzen des \u00a7 97 Abs. 1 S. 1 und 3 InsO, deren Auslegung ma\u00dfgeblich durch zwei obergerichtliche Entscheidungen (OLG Celle, Beschl. v. 19.12.2012 &#8211; 32 Ss 164\/12 &#8211; wistra 2013, 247 f. und OLG Jena, Beschl. v. 12.08.2010 &#8211; 1 Ss 45\/10 &#8211; NZI 2011, 382) gepr\u00e4gt worden sind: Die Auskunftspflicht gegen\u00fcber dem gerichtlich bestellten Sachverst\u00e4ndigen folge zwar nicht aus dem Gesetz (\u00a7 97 Abs. 1 S. 1 InsO), wenn aber \u2013 so wie hier \u2013 das Insolvenzgericht diese Pflicht ausdr\u00fccklich zwangsbewehrt, sei die extensive Auslegung dogmatisch sauber und in der Sache \u00fcberzeugend.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einer Anmerkung im JurisPraxisreport-Insolvenzrecht 06\/2019 zu einem Beschluss des Amtsgerichts Frankfurt (Oder) vom 26.11.2018 (412 Ds 237 Js 13913\/17 [2\/18], 412 Ds 2\/18) setzt sich unser Mitarbeiter Dr. Buchholz kritisch mit der \u2013 \u00fcberaus praxisrelevanten \u2013 Reichweite des Beweisverwendungsverbots nach \u00a7 97 Abs. 1 S. 1 und 3 InsO auseinander. 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