Verurteiltenstatistik des Statistikamts Nord: 4,7 % weniger Verurteilte in Schleswig-Holstein

Vor 5 Tagen hat das Statistikamt Nord die folgende Pressemitteilung (öffnet in neuem Tab)herausgegeben:

„Im Jahr 2025 haben die Strafgerichte in Schleswig-Holstein 13 203 Personen verurteilt. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Rückgang um 4,7 Prozent, so das Statistikamt Nord.

Von den schuldig gesprochenen Personen waren 2,8 Prozent Jugendliche (zum Zeitpunkt der Tat 14 bis unter 18 Jahre alt) und 3,8 Prozent Heranwachsende (18 bis unter 21 Jahre).

Der Frauenanteil unter den Verurteilten lag bei 16,7 Prozent, der Anteil der Ausländerinnen und Auslän­der (Personen ohne deutschen Pass) betrug 32,1 Prozent.“

Foto: Pepe Lange

Unser Kollege Michael Gubitz wurde daraufhin vom Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag gebeten, das einzuordnen und hat das wie folgt getan:

„Meines Erachtens lässt sich der Rückgang der Verurteiltenzahlen schon unschwer mit dem Rückgang der eingeleiteten Ermittlungsverfahren in 2024 (minus 3,5 %) und 2025 (minus 16,2 %) erklären. Daraus resultierten nämlich auch 7,7 % weniger Anklagen in 2025. Wollte man das vertiefen, bräuchte man mehr als die bislang nur vorliegende Pressemitteilung des Statistischen Amts für Hamburg und Schleswig-Holstein, nämlich zum Beispiel auch die genaue Zahl der gerichtlichen Einstellungen und Freisprüche.

Aus meiner Sicht sollten damit in Zeiten knapper öffentlicher Kassen auch die wiederkehrenden Hilferufe der Justiz wegen angeblich überlasteter Gerichte einmal kritisch überprüft werden, zumal auch die Eingangszahlen der Zivilgerichte im Vergleich zum Anfang des Jahrtausends sowohl bei Amts- als auch Landgericht sehr deutlich gesunken sind.“
 

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